Die durch den Berner Nationalrat Erich von Siebenthal eingereichte Motion «Phosphatmanagement für den Brienzersee» wurde mit 127 gegen 59 Stimmen abgelehnt. Die Motion forderte, dass im Rahmen eines Pilotversuchs ermittelt wird, ob auf eine teilweise oder vollständge Phosphatfällung in den Kläranlagen verzichtet werden könnte.
Dies hätte zur Folge, dass es wieder mehr Daphnien (1–5 mm grosse, algenfressende Wasserflöhe) geben würde, die den Brienzersee-Felchen als Nahrung dienen. Die Gegner der Motion argumentieren, dass der Brienzersee ein Bergsee sei und somit von Natur aus einen geringen Fischbestand aufweisen würde. Der natürliche Zustand sei erstrebenswert und deshalb sei ein Pilotversuch nicht möglich.Somit könnte der Entscheid als konsequente Umsetzung einer Politik für natürliche Gewässer verstanden werden. Es bleibt zu hoffen, dass die Renaturierung derjenigen Gewässer, deren Fischbestände profitieren würden, mit der gleichen Konsequenz verfolgt wird.
Autor: Alexander von Burg
