Spinner oder Wobbler – welcher Kunstköder punktet am ehesten bei Bachforellen? Profitieren Sie von praktischen Tipps für einen erfolgreichen Start in die Salmoniden-Saison!
Spinner und Wobbler sind erstklassige Forellenköder, keine Frage. Die Auswahl der künstlichen Verführer ist riesig, es gibt sie in vielen verschiedenen Farben und Grössen. Spinner unterscheiden sich in ihrer Blattform voneinander. Überwiegend werden im Fachhandel runde Blattformen, sogenannte Coloradoblätter, angeboten. Die gegensätzliche Form ist die schlanke, längliche Blattform, das Weidenblatt. Weidenblatt-Modelle lassen sich tiefer führen als Spinner mit runden Blättern. Allerdings erzeugen die Coloradoblätter eine grössere Druckwelle, welche die Rotgetupften auch von weiter weg auf den Köder aufmerksam macht. Spinner sind zudem wesentlich preisgünstiger als Wobbler.
Mehr Varianten bei Wobblern
Wobbler unterscheidet man nach ihrem Sinkverhalten. Wir finden in den Regalen der Fachhändler schwimmende, schwebende und sinkende Ausführungen. Ausserdem unterscheidet man bei den Wobblern zwei Grundformen: Es gibt bauchige Wobbler, Crankbaits genannt, und schlanke Typen, die Minnows. Letztere eignen sich besonders zum Twitchen. Unterscheidungsmerkmal Nummer drei ist, ob die Fisch-Imitationen im Innern mit Rasselkugeln versehen sind oder ohne Radau durchs Wasser laufen. Bei Wobblern hat man also in aller Regel wesentlich mehr Modelle zur Verfügung als bei Spinnern.
Diese grössere Auswahl spricht für den Wobbler. An Tagen, an denen nichts so recht an den Haken will, kann ich ein grösseres Köderspektrum ausprobieren.
Mit dem Spinner beginnen
Anfänger beim Bachforellenfischen mit Kunstköder haben es mit dem Spinner deutlich einfacher, denn dieser ist wirklich simpel zu führen. Er wird einfach eingekurbelt. Das ist durchaus ein Vorteil beim ersten Versuch, eine Forelle zu überlisten. Bei Wind lassen sich die Metallköder auch besser werfen. Oft können mit Spinnern auch grössere Wurfweiten erreicht werden. Kleine, leichte Wobbler können schon einmal von einer Böe verweht werden und in einem Baum, Busch oder im Ufergras landen.
Zudem lassen sich Spinner häufig besser in direkter Grundnähe führen. Zum Fischen gegen die Strömung sind hierfür Modelle mit einem Weidenblatt die erste Wahl. Wird der Köder mit oder leicht schräg zur Strömung eingeholt, so lassen sich auch Modelle mit Coloradoblättern nutzen. Daher gilt für Neueinsteiger: Probieren Sie es zunächst mit Spinnern und wechseln Sie dann nach und nach auf die verschiedensten Wobbler-Typen. Setzen Sie bei Ihren ersten Versuchen die Wobbler in Gewässerabschnitten mit recht wenig Strömung ein, zum Beispiel oberhalb von Wehren. So erlernen Sie die Köderführung am besten und schnellsten und können dann auch den Forellen in schnelleren Flussstrecken den Wobbler aufreizend präsentieren.
Abtreiben lassen
Wollen Sie Forellen direkt an der Oberfläche zum Biss verleiten, sind schwimmende Wobbler immer einen Versuch wert. Sie lassen sich knapp unter der Oberfläche einholen und reizen somit Forellen, die in der oberen Wasserschicht auf Raubzug sind. Rasselwobbler locken aber auch durchaus tiefer stehende Fische in Richtung Oberfläche. Schwimmwobbler haben noch einen weiteren grossen Vorteil gegenüber dem Spinner: Man kann sie unter überhängende Äste oder unter tiefliegende Brücken treiben lassen und damit Fische erreichen, die mit einem Spinner beziehungsweise Sink-Wobbler nicht angeworfen werden können. Besonders an kleinen Wiesenbächen hat sich diese Methode bewährt. Schwimmende und schwebende («suspending») Wobbler eignen sich ebenfalls gut, wenn krautige Stellen am Gewässergrund befischt werden. Suspender haben noch einen zweiten Vorteil: Sie lassen sich beim Einholen gegen die Strömung im Zeitlupentempo führen und sogar auf der Stelle in der entsprechenden Lauftiefe halten. Auf diese Weise bleiben sie lange im Blickfeld der Forelle.
Mit Sinkern zum Grund
In tiefen Gumpen und ausgespülten Flusskurven lauern oft die grösseren Forellen. Besonders am Tag stehen sie meist hart am Grund. Deshalb sind an solchen Stellen sinkende Wobbler erste Wahl. Wie aber schon erwähnt, lassen sich Spinner oftmals besser und länger in Grundnähe führen.
Ein weiterer Vorteil kann bei Wobblern das Dekor sein. In sehr klaren Bächen bringen Köder, die von der Farbgebung einer kleinen Regenbogen-, Bachforelle oder Elritze ähnlich sehen, gute Erfolge. Vor allem dann, wenn es um den Fang grösserer Bachforellen geht.
Mein Fazit bezüglich der Köderwahl: Spinner sind leichter zu führen, lassen sich gut bei Wind werfen und sind kostengünstig. Mit Wobblern habe ich mehr Möglichkeiten, beissunwillige Fische dennoch zur Köderaufnahme zu reizen. Im Vergleich zum Spinner sind sie allerdings wesentlich teurer. Für mich gehören letztlich beide Ködervarianten in die Fischerbox, weil sie sich bestens ergänzen.
Dieter Schröder










