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Petri-Heil

Dein Schweizer Fischereimagazin

Kein Äschenbesatz mehr im Aargau

Was hat der bisherige Äschenbesatz in den Aargauer Flüsssen gebracht? Eine Studie zeigt die radikale Alternative auf: kein Besatz mehr!

Während der letzten zwanzig Jahre wurden im Kanton Aargau durchschnittlich jedes Jahr 100 000 Äschensömmerlinge eingesetzt. Gemäss geltender Gesetzgebung wird mit standortgerechten Besatzfischen bewirtschaftet. Die Fischereiverwaltung nahm bisher an, dass es sich bei den Äschen im Aargau um eine einzige Population handelt. Ein Besatz mit Äschen aus dem Rheineinzugsgebiet, auch aus deutschem Raum, wurde als standortgerechte Herkunft betrachtet. David Bittner von der Fischereiverwaltung Aargau – unseren Lesern von seinen Bärenbegegnungen in Alaska bekannt – wollte die bisherigen Besatzmassnahmen überprüfen und gab eine Studie bei Aquabios (Pascal Vonlanthen/Daniel Schlunke) in Auftrag.

Populationsgenetische Untersuchung und Besatz­erfolgskontrolle

404 Äschen aus dem Rhein, der Aare, der Limmat, der Reuss und vier Fischzuchten, die Jungäschen für den Besatz liefern, wurden genetisch untersucht. Die Resultate zeigen, dass sich die Äschen von drei Fischzuchten (Bachofner, Pfyn und Rüppel) stark von den in den Flüssen lebenden Äschen unterscheiden. Das Äschenbesatzmaterial der Fischzucht Nadler in Rohr ist mit den Äschen aus dem Rhein zwar näher verwandt, aber trotzdem signifikant unterschiedlich. Diese Fische sind somit nur mit Vorbehalt und aufgrund des gesicherten Ursprungs aus dem Rhein (Äschenlaichfischfang Kanton Thurgau) für Besatzmassnahmen im Rhein geeignet. Die Äschen der drei erstgenannten Fischzuchten stammen mit grosser Wahrscheinlichkeit sogar nicht einmal vom Rheineinzugsgebiet und eignen sich gemäss Gesetzgebung und kantonalem Besatzkonzept nicht für den Besatz der Aargauer Gewässer, wonach dieser nur mit genetisch ausreichend verwandten Stämmen erlaubt ist. Der Misserfolg der bisherigen Besatzmassnahmen wurde denn auch klar aufgezeigt. Keine einzige Äsche der Anglerfänge konnte dem Besatzmaterial zugeordnet werden.

Äschenbesätze und –fänge in der Limmat (in Stück)

  Besatz Fangzahl (2 Jahre später)
2001 6000 58
2002 10 000 25
2003 7000 36
2004 16 000 8
2005 10 500 4
2006 10 000 6
2007 7000 17
2008 7000 32
2009 7000 24
2010 7000 23
2011 7000 18
2012 7800 12

Es ist kein Zusammenhang zwischen Besatz und Fang erkennbar. Gemäss der Studie stammen die wenigen Äschenfänge aus einer, wenn auch stark beeinträchtigten,  Naturverlaichung, was wiederum durch das Äschenlarvenmonitoring in der Limmat bestätigt wird.

 
Die Studie, die im März an einer Pächterversammlung und an der DV des Kantonalverbands vorgestellt wurde, zeigt auch auf, dass in den vier Aargauer Flüssen Aare, Reuss, Limmat und Rhein genetisch unterschiedliche Populationen leben. Im Bereich der Aare-, Reuss- und Limmatmündung (Wasserschloss) vermischen sich diese Populationen teilweise. Aufgrund der Tatsache, dass die in den Aargauer Gewässern lebenden Äschen allesamt aus der, wenn auch stark beeinträchtigten Naturverlaichung stammen, empfiehlt die Studie auf weitere Besatzmassnahmen mit Äschen aus nicht einheimischen Populationen aller vier privaten Fischzuchten zu verzichten. «Die jahrelang besetzten Äschen konnten offenbar nicht überleben und haben sich auch nie mit den lokalen Äschen vermischt. Das Besatzmaterial war bestensfalls Vogel- und Fischfutter», kommentiert Bittner.

Es konnten bei den in den Aargauer Gewässern gefangenen Äschen keine genetischen «Rückstände oder Vermischungen» der besetzten Fische nachgewiesen werden. Dies hat zumindest den Vorteil, dass die lokal angepassten Populationen erhalten blieben und nicht durch Hybridisierung (genetische Vermischung) beeinträchtigt wurden.

Aargau-Aeschen

Aargauische Bewirtschaftungseinheiten aufgrund der genetischen Daten. Künftig wird auf eine Äschenbewirtschaftung verzichtet und stattdessen der Lebensraum verbessert.

Lebensraumaufwertungen anstatt Besatz
David Bittner mit einem Silberlachs aus Alaska. «Wir Fischer und Behörden müssen unsere bisherigen Besatzmassnahmen überprüfen und offen für neue Erkenntnisse und Alternativen zum Besatz sein.»

David Bittner mit einem Silberlachs aus Alaska. «Wir Fischer und Behörden müssen unsere bisherigen Besatzmassnahmen überprüfen und offen für neue Erkenntnisse und Alternativen zum Besatz sein.»

Künftige Besatzmassnahmen müssten also mit Besatzmaterial aus den vier Bewirtschaftungseinheiten (Aare, Reuss, Limmat, Rhein) vorgenommen werden; Laichfischfänge sind nicht möglich, aber es könnten naturverlaichte Äschenlarven eingesammelt und aufgezogen werden.

«Würden Sie die vier standortgerechten Äschenstämme züchten für künftige Besatzmassnahmen?», frage ich Bittner. «Nein, Muttertierstämme sind problematisch, sowohl genetisch (Inzucht) als auch in der Haltung», winkt Bittner ab. «Die Hauptgründe für den Bestandesrückgang liegen bei den Gewässerbeeinträchtigungen durch Kraftwerke, dem gestörten Geschiebehaushalt, der mangelnden Fischgängigkeit sowie der verarmten Gewässerstruktur mit entsprechendem Prädatorendruck. Wir werden deshalb ab der Pachtperiode 2018 vollständig auf Äscheneinsätze verzichten.»

Bis dahin hätten die Pächter freiwillige Einsätze tätigen können, wie bisher. Doch kein einziger beantragte einen Äschenbesatz! Offenbar konnte Bittner die Fischer überzeugen, vielleicht auch damit, dass die Fischereiverwaltung versprach, die jährlich eingesparten Besatzgelder in einem Mass­nahmen­packet für Lebensraum- und Laichplatzauf­wertungen einzusetzen, welche insbesondere den Äschen zugute kommen. «Die Naturverlaichung wird oft verkannt und zu wenig gefördert. Kein mit noch so viel Sorgfalt und Herzblut produziertes Besatzmaterial, selbst aus Laichfischfängen, kann eine erfolgreiche Naturbrut ersetzen», meint Bittner.

Bittner betonte, dass jede Bewirtschaftungsmassnahme einer Erfolgskontrolle unterzogen werden sollte und dies leider grundsätzlich nicht der Fall ist. Je mehr Besatzerfolgskontrollen durchgeführt werden, desto mehr ernüchternde Erkenntnisse kommen zum Vorschein (siehe «Erfolgskontrollen Fischbesatz», «Petri-Heil» 6/2015). Aber auch die neue Äschen-Strategie des Kantons Aargau wird mit einer Erfolgskontrolle überprüft, was mit dem Äschenmonitoring durch die jährlichen Zählungen der Äschenlarven vieler engagierter Fischer gewährleistet werden wird.

cjd

Aquabios_2015_-_Populationsgenetische_Untersuchung_der_Aeschen_im_Kanton_AargauvDen Bericht zur Äschengenetikstudie finden Sie unter www.ag.ch/jagd_fischerei > Fischerei > Informationen für Fischer > Studien und Berichte. Nebst den Äschen werden auch Forellen genetisch untersucht. Der entsprechende Bericht wird Ende Jahr erwartet.

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2 Kommentare

  1. Stadelmann Pius 15. Juli 2015

    Mit Genugtung habe ich die Ausführungen über das genetische Reservoir an Rhein-, Aare- und Reuss- Äschen von David Bittner gelesen. Die Studie zeigt auf, dass nur ein Besatz mit der lokalen Rasse erfolgen dürfte. Ich stimme David Bittner zu, „die Hauptgründe für den Bestandesrückgang liegen bei den Gewässerbeeinträchtigungen durch Kraftwerke, dem gestörten Geschiebehaushalt, der mangelnden Fischgängigkeit sowie der verarmten Gewässerstruktur …“
    Beim geplante Projekt „Hochwasserschutz und Revitalierung Luzerner Reuss“ von 165 Miio wird für die Erhaltung und Verbesserung des Äschengewässers von nationaler im Kanton Luzern zu wenig getan. Drei Ableitungen für Wasserkraftwerke ermöglichen keine Fischwanderung und an zwei Orten sind Ennahmestellen für Kies vorgesehen. Siehe Stellungsnahme des Aqua Viva zum Projekt. Hochwasserschutz Projekt:
    http://www.aquaviva.ch/politik/stellungnahmen-blog/565-stellungnahme-projekt-hochwasserschutz-und-renaturierung-reuss-lu
    Pius Stadelmann, Dr. sc. nat. ETH, Limnologe

  2. Joe Mathis 23. Oktober 2015

    Wenn nur ein Besatz mit der lokalen Rasse erfolgen darf, wieso werden dann immer noch Lachse im Rhein ausgesetzt ? Haben wir lokale Lachse welche wir für den Besatz im Rhein verwenden können? Hier wiederspricht sich doch auf krasseste Weise die Studie. Schade um das Geld das dafür ausgegeben wurde. Wenn ich sehe wie die Sedimente oberhalb des Wehres Zufikon die Reuss in eine riesige Sandkloake verwandelt hätte man es besser zur Gegenmassnahmenstudie verwendet.

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