Sehr geehrter Herr Leutenegger
Ich habe von Fischer-Kollegen gehört, dass Sie einen Vorstoss unternommen haben, die schikanierende Gesetzgebung über selbstgefangenen Lachs aus Drittländern in die Schweiz zu ändern. Ich, ein passionierter Angler, der jedes Jahr nach Kanada oder USA zum Lachsangeln reise, kann Ihren Schritt nur sehr begrüssen.
Ich glaube für eine ganze Gilde zu sprechen, wenn ich diese neue Regelung als puren bürokratischen Schwachsinn bezeichne. Eine ganze Industrie wird so kaputt gemacht. Ich kenne sehr viele Leute, die dem gleichen Hobby wie ich frönen und nun nicht mehr nach Übersee zum Fischen fahren.
Es leiden alle darunter, die Fluggesellschaften, die Hotels im Zielort, die Fischerguides, schlicht ein grosser Teil der Wirtschaft, die an diesen Reisen, welche übrigens nicht immer billig sind, verdienen. Mir geht es nicht darum hunderte von Kilos selbstgefangenen Lachs einzuführen. Mir reichen 2-3 Fische für die Pfanne. Ich habe mit dem grenztierärtzlichen Dienst in Kloten gesprochen.
Auch diese Leute sind von dieser Regelung überhaupt nicht begeistert. Bedeutet es doch viel mehr Arbeit, welche gar nichts, aber auch gar nichts zum Schutz einheimischer Tiere beiträgt. Ich pflegte meine Fische tiefgefroren im Gepäck mitzunehmen. Dies wird nun verunmöglicht, da die Tiefkühlkette mit diesen Schikanen unterbrochen wird.
Ich danke Ihnen nochmals für Ihren Einsatz in dieser Sache und hoffe, dass diese schwachsinnige EU-Regelung für die Schweiz abgeschafft wird.
Alessandro Valdettaro, 3030 Bern
Antwort von Nationalrat Filippo Leutenegger
Sehr geehrter Herr Valdettaro
Herzlichen Dank für Ihr Mail, das mich sehr gefreut hat. Leider sind die Schweizer Behörden im Übereifer und im vorauseilenden Gehorsam gegenüber der EU wieder einmal mehr zu weit gegangen.
Wir (Nationalrat Müri und ich) hatten in der letzten Session mit Vertretern aus Ihren Reihen und dem Chef des Eidgenössischen Amtes für Veterinärwesen, Herrn Wyss, eine ausführliche Diskussion darüber. Wir sind übereingekommen, dass die geltende Regelung in der Praxis so angepasst wird, dass die schlimmsten Schikanen ausgemerzt werden sollen.
Sobald wir konkrete Angaben haben, werden Sie über Ihre Publikationen im Detail informiert. Ich hoffe, dass wir noch in diesem Jahr brauchbare Ergebnisse vorliegen haben.
