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Petri-Heil

Dein Schweizer Fischereimagazin

Fischen trotz Handicap

Am 26. August fand bereits zum dritten Mal der «Schweizerische Tag der Fischerei» statt. Flächendeckend wurden Anlässe durchgeführt, um der Bevölkerung das Fischen näherzubringen. Ein ganz besonderer Anlass, da eine Schweizer Premiere, fand beim Seesportfischerverein Zürich und Zollikon statt: Das erste «Fischen mit Handicap».

 
Schon als mich Toni Zulauf, im Vorstand des 111er Club verantwortlich für die Kommunikation, anrief und vom damals geplanten Anlass «Fischen mit Handicap» erzählte, war ich sofort Feuer und Flamme für diese Idee. Wobei sie ja nicht ganz neu ist: Jedes Jahr am ersten Sonntag im Mai findet auf dem Militärflugplatz in Dübendorf der «Love Ride» statt, wo Harley-Fahrer mit Menschen mit einer Behinderung ausfahren, man Geld sammelt und zusammen einen tollen Tag verbringt. Nun also gibts das auch bei den Fischern. Schön, eine wirklich tolle Sache!

Einführung am Morgen

Am «Schweizerischen Tag der Fischerei», ists dann endlich so weit: «Fischen mit Handicap» ist Realität. Urs Lüscher vom Blinden- und Sehbehindertenverband Sektion Zürich-Schaffhausen instruiert an diesem Morgen als erstes die Helferinnen und Helfer, die bereits eine Stunde vor dem eigentlichen Anlass da sind. Und ruft ihnen ins Gedächtnis, dass man bei einem blinden Menschen mit «hier» oder «dort» – generell undefinierten Ortsangaben – nicht wirklich weit kommt. Dass man sich vollkommen auf die verbale Kommunikation konzentriert und die Nonverbale ausblendet. Auch solle man nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen, sondern so reden, wie einem «der Schnabel gewachsen» sei – so seien Sprüche wie beispielsweise «man sieht sich» oder «lueg aa» auch bei Blinden gebräuchlich.

 
Was macht man, wenn man mal muss?

Toni Zulauf seinerseits fordert die Helferinnen und Helfer auf, ihre Rolle als Gastgeber ernst zu nehmen. Als das Thema «Was passiert, wenn ein Gast auf dem Wasser mal muss?» angesprochen wird, sagt er, dass man dann selbstverständlich das Land anlaufe. «Ich weiss, grad wenn sie richtig beis­sen, will man nicht aufhören zu fischen. Aber: Heute gehts nicht um uns. Es geht darum, unseren Gästen einen unvergesslichen Tag zu ermöglichen.»

Vorbereitung aufs Fischen

Bevor die neun anwesenden Boote ihre Gäste auf den Zürichsee tragen können, gibts eine Einführung in die Fischerei durch den SaNa-Instruktor Beat Ludwig, wo einerseits die Fanggeräte, andererseits die verschiedenen Fischarten, auf Tabletten liegend, präsentiert werden. Es ist total faszinierend mitzuerleben, wie blinde Menschen mit ihren Fingern «sehen», wie sie die verschiedenen Angeln und auch die Fische höchst konzentriert systematisch abtasten und so regelrecht spürbar ist, wie ein Bild im Kopf entsteht.
Die anwesenden Kinder sind ob der Einführung in die gesetzlichen Grundlagen offensichtlich mehr als gelangweilt und finden, dass sie «nun endlich aufs Wasser, fischen!» wollen.

Los gehts, ab aufs Wasser

Bevor sie und die restlichen Gäste aber auf die Boote dürfen, werden die Schwimmwesten angezogen. Auch wenns brütend heiss ist: Sicherheit geht vor. Und auch fürs leibliche Wohl ist gesorgt: Jeder der Teilnehmenden bekommt ein üppig ausgestattetes «Fress-Säckli» in die Hand gedrückt – mit Laugenbrot in Form eines Fischs, Obst, Landjägern und einem Mineralwasser sowie einer Apfelschorle. «Gerade in solch heis­sem Wetter ist es wichtig, genügend zu trinken», sagt Urs Rauch, der die Getränke zur Verfügung stellt.
Dann beginnt, sehr gesittet, das Einsteigen in die Boote. Keine Hektik, kein Gedränge, kein Stress. Obwohl alle schon so richtig scharf aufs Fischen sind…

 
Sie wollen einfach nicht…

Kaum aus dem Hafen getuckert, verteilen sich die Boote schnell auf dem Wasser, man verliert sie aus den Augen bei dem regen Treiben auf dem Zürichsee. Zwischendurch ziehen Polizeiboote alle Aufmerksamkeit auf sich, die mit Blaulicht in einem «Affenzahn» an uns vorbeirauschen.
Die sengende Hitze macht allen auf dem Boot zu schaffen, es leeren sich die Halbliter-Flaschen, und bald schon gehen wir hinter den Inhalt der Fresspäckli. Fischen macht schliesslich hungrig.
Für Renato, Spitzname «Tutti», und Marina der HPV-Wohngruppe «Atlantis» aus Rorschach am Bodensee scheint es nicht einfach zu sein, «gaaaaaaanz laaaaaangsam» die Felchenrute zu heben und zu senken. Vor allem Tutti bewegt die Rute lieber zügig – so machts ihm einfach mehr Spass.
Insgesamt sind auf unserm Boot fünf Hegenen ausgelegt. Eine davon mit Felchenzapfen. Und exakt dort verbeisst sich nach etwa zwei Stunden ein Felchen. Klar, dass dieser Fang bei den Anwesenden auf unserm Boot «MS Delphin» riesige Begeisterungsstürme auslöst. Berechtigter Stolz bei den Rorschachern, Erleichterung bei Skipper Dieter Egli: «Zum Glück haben wir nun auch einen Fang, wäre doch recht unbefriedigend, so ein Fischertag ganz ohne Fisch!»
In diesem Moment wissen wir noch nicht, dass dies das einzige Felchen bleiben wird, das an diesem Tag gefangen wird und das Mass hat…

Nach dem Fischen – vor dem Essen

Nach etwa vier Stunden auf dem Wasser kehren die Boote wieder zurück. Bald ist klar: Der erste Fisch, der an diesem Tag gefangen wurde – eine Schwale – ging Jungfischer Lorin an den Haken, wurde aber schonend wieder freigelassen. Später hätten noch weitere Schwalen auf die angebotenen Nymphen gebissen, wird berichtet.
Neben der Crew der MS Delphin konnte nur noch FKZ-Präsident Sacha Maggi zwei Felchen verhaften, die er aber wieder zurücksetzte, da zu klein.
Marc André Laubscher, selber begeisterter Fliegenfischer und Leiter der Hallenstadion Gastronomie in Zürich, zauberte während alle auf dem Wasser waren nicht nur Kanapees vom Feinsten auf die Tablette, sondern grillierte Fleisch und sorgte für ein üppiges Salatbuffet. Kurzum: Neben dem fischereilich nur mässig erfolgreichen Tag wird umso mehr fürs leibliche Wohl gesorgt. Die zurückkehrenden Fischerinnen und Fischer freuts.

«Startschuss geglückt»

Toni Zulauf ist zufrieden mit dem Ablauf des Tages. «Vielen Menschen, die sonst nie mit der Fischerei in Kontakt gekommen wären, konnten wir heute einen Einblick geben in unser schönes Hobby.» Er sei froh, dass alles reibungslos geklappt habe und das Wetter mitspielte. «Auch danke ich den vielen Helferinnen und Helfern, die sich richtig ins Zeug gelegt haben, damit dieser Tag ein voller Erfolg geworden ist.» Ein grosser Dank gebühre auch dem FKZ für dessen wertvolle Unterstützung mit Manpower und Booten.
Eines ist sich Toni Zulauf sicher: «Der Startschuss für weitere wirklich lässige Anlässe ist geglückt. Nächstes Jahr am Tag der Fischerei wird es ein ‹Fischen mit Handicap› wahrscheinlich auch in der Welschschweiz geben. Und auch eines am Bodensee. Die entsprechenden Zusagen haben wir heute bereits erhalten.»

Dominique Lambert

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