SOS für Berner Äschen», «Petri-Heil» Nr. 12/2007
Wie gelang es dem Fischereiinspektorat des Kantons Bern in einer fragwürdigen Aktion die Berner Präsidentenkonferenz soweit zu beeinflussen, dass diese dem Entscheid zustimmte? Wie fragwürdig die ganze Argumentation ist, stellt man fest, wenn man die einzelnen Aussagen abgleicht und gleichzeitig feststellen muss, dass an der Aare 2007 sehr gut Äschen gefangen wurden.
Einige Kritikpunkte: Lebensraumverbesserungen benötigen Zeit. Innerhalb der nächsten drei Jahre ist da vermutlich nicht viel zu machen. Die Renaturierungen im Bereich Jaberg bis Münsingen wurden vom Kanton verschoben. Wo also bitte sehr sind die im Berichterwähnten umfangreichen Lebensraumverbesserungen noch möglich? Es wird mehr Besatz versprochen: Woher sollen die Eier genommen werden? Leider fehlen ja die Laichtiere.
Was wird aber sicherlich stattfinden:
- Dadurch, dass in der Wintersaison keine Fischer mehr an der Aare sind, haben die Prädatoren erst recht freie Bahn.
- Es werden sicherlich weniger Patente gelöst, was zu einer Reduktion der Lobby für die Äsche führt.
- Die Vereine werden durch Austritte weiter geschwächt
- Durch den Entscheid werden auch die verbleibenden Äschengebiete stark befischt werden, so dass auch dort die Äsche unter Druck kommt.
Keiner der mir bekannten Fischer ist gegen weit reichende Schonmassnahmen. Nur mit Luftschlössern und sich widersprechenden Aussagen werden aber keine Äschen geschont, nur die Fischer erzürnt. Hier wäre ein starker Verband gefordert. Aus diesem Grund haben sich engagierte Fischer zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen, welche organisations unabhängig operiert.
Es ist das Ziel dieser Interessengemeinschaft einen wirklichen Schutz der Äschen auf zubauen, aber auch dessen Befischung zu gewährleisten.
André Perroud, Riggisberg
